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Kommunale Schulden steigen 2025 um 9,9 Prozent auf 378,9 Milliarden Euro

Städte, Gemeinden und Kreise samt ihren Beteiligungen hatten Ende 2025 im Schnitt 4.907 Euro Schulden pro Kopf. Am höchsten ist der Wert in Hessen.

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Das Wichtigste

  • Die integrierten Schulden der Kommunen stiegen 2025 um 9,9 Prozent auf 378,9 Milliarden Euro, nach einem Plus von 6,3 Prozent im Jahr 2024.
  • Im Schnitt entfielen Ende 2025 auf jede Einwohnerin und jeden Einwohner 4.907 Euro, in Hessen 6.763 Euro, in Brandenburg 2.733 Euro.
  • Treiber waren die Kern- und Extrahaushalte der Kommunen, deren Schulden um 15,5 und 14,7 Prozent zulegten.
  • Die kommunalen Kern- und Extrahaushalte hatten 2025 mit 31,9 Milliarden Euro das höchste Finanzierungsdefizit seit 1990.

Die Kommunen in Deutschland haben 2025 deutlich mehr Schulden aufgenommen als im Jahr davor. Rechnet man ihre Fonds, Einrichtungen und Unternehmen mit ein, schuldeten Gemeinden und Gemeindeverbände Banken und anderen nicht-öffentlichen Gläubigern Ende 2025 zusammen 378,9 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am 29. Oktober 2026 mit. Das waren 9,9 Prozent mehr als zu Jahresbeginn. Im Jahr 2024 hatte der Zuwachs noch bei 6,3 Prozent gelegen. Je Einwohnerin und Einwohner ergibt sich ein Schuldenstand von 4.907 Euro.

Die Zahlen beruhen auf einer Modellrechnung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Sie ordnet den Kommunen nicht nur die Schulden ihrer Kernhaushalte zu, sondern auch die ihrer Extrahaushalte und aller öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, an denen sie direkt oder über mehrere Beteiligungsstufen hängen. So lassen sich Kommunen unabhängig davon vergleichen, wie viele Aufgaben sie ausgelagert haben. Berlin, Hamburg und Bremen fehlen, weil die Stadtstaaten in der Finanzstatistik zur Länderebene zählen.

Kern- und Extrahaushalte treiben den Anstieg

Wie schon 2024 kam der größte Schub aus den kommunalen Haushalten selbst. Die Schulden der Kernhaushalte wuchsen um 15,5 Prozent, die der Extrahaushalte um 14,7 Prozent. Bei den übrigen Beteiligungen fiel das Plus mit 4,5 Prozent deutlich geringer aus.

Der Hintergrund zeigt sich in den laufenden Haushalten. Bereits im April hatte Destatis nach vorläufigen Ergebnissen für 2025 ein Finanzierungsdefizit der kommunalen Kern- und Extrahaushalte von 31,9 Milliarden Euro gemeldet. Das war der höchste Wert seit der Wiedervereinigung und 7,1 Milliarden Euro mehr als der bisherige Rekord aus dem Jahr 2024. Die bereinigten Ausgaben stiegen um 5,6 Prozent auf 423,3 Milliarden Euro, die Einnahmen nur um 4,1 Prozent auf 391,4 Milliarden Euro, sodass 7,5 Prozent der Ausgaben nicht durch reguläre Einnahmen gedeckt waren.

Kräftig zugelegt haben vor allem die Personalausgaben, um 6,8 Prozent auf 113,4 Milliarden Euro, sowie Sozialleistungen, deren Kosten vor allem bei den Kommunen liegen: die Eingliederungshilfe nach dem Neunten Sozialgesetzbuch um 11,2 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro und die Kinder- und Jugendhilfe um 8,8 Prozent auf 20,0 Milliarden Euro. Die Sachinvestitionen wuchsen dagegen nur noch um 3,5 Prozent auf 53,9 Milliarden Euro, nach Zuwächsen von 12,5 Prozent im Jahr 2024 und 11,9 Prozent im Jahr 2023.

Hessen vorn, Brandenburg am niedrigsten

Am höchsten verschuldet waren Ende 2025 die Kommunen in Hessen mit 6.763 Euro pro Kopf. Mit einem Plus von 7,4 Prozent vergrößerten sie den Abstand zum Saarland, das mit 6.408 Euro pro Kopf folgt und Ende 2023 noch an der Spitze gelegen hatte. Die niedrigsten Werte meldeten Brandenburg mit 2.733 Euro, Sachsen mit 3.338 Euro und Thüringen mit 3.692 Euro.

Integrierte kommunale Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich am 31. Dezember 2025 (ohne Stadtstaaten)
LandSchulden in Mio. EuroEuro pro KopfVeränderung 2025Veränderung 2024
Baden-Württemberg56.4055.019+13,1 %+6,8 %
Bayern51.0093.851+11,1 %+8,0 %
Brandenburg6.9792.733+5,5 %+1,8 %
Hessen42.4526.763+7,4 %+6,8 %
Mecklenburg-Vorpommern7.5294.797+5,0 %+6,1 %
Niedersachsen41.4365.180+13,3 %+5,9 %
Nordrhein-Westfalen104.6465.810+9,8 %+9,9 %
Rheinland-Pfalz19.1034.633+8,3 %-10,2 %
Saarland6.4666.408+2,3 %+1,4 %
Sachsen13.4443.338+7,9 %+6,2 %
Sachsen-Anhalt9.4344.439+5,9 %+5,3 %
Schleswig-Holstein12.3254.166+11,5 %+8,9 %
Thüringen7.7123.692+2,9 %+1,8 %
Insgesamt378.9424.907+9,9 %+6,3 %

Gestiegen sind die Schulden in allen 13 Flächenländern. Am stärksten wuchsen sie in Niedersachsen und Baden-Württemberg, gefolgt von Schleswig-Holstein und Bayern. Die beiden zuletzt genannten Länder hatten schon im Vorjahr hohe Zuwächse, liegen pro Kopf aber weiter deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. In Rheinland-Pfalz stiegen die Schulden nach einem Rückgang im Jahr 2024 wieder um 8,3 Prozent. Anders als 2024 übernahm das Land 2025 nur noch ein geringes Volumen kommunaler Liquiditätskredite über sein Programm „Partnerschaft zur Entschuldung der Kommunen in Rheinland-Pfalz“. Den geringsten Anstieg hatte das Saarland, wo das Land im Rahmen des Saarlandpakts weiter Kassenkredite der Kommunen übernimmt. Thüringen war das einzige Land, in dem die Schulden der kommunalen Kernhaushalte sanken, um 5,3 Prozent.

Was die Zahlen nicht zeigen

Destatis weist darauf hin, dass sich aus der Modellrechnung nicht ablesen lässt, für welche Schulden eine Kommune rechtlich haften müsste. Ein Vergleich mit dem kommunalen Vermögen ist nicht möglich, weil Angaben zu den ausgelagerten Einheiten fehlen. Erfasst sind nur Schulden bei Kreditinstituten und anderen nicht-öffentlichen Gläubigern. Mit der Schuldenstatistik nach EU-Vorgaben ist das Ergebnis, abgesehen von den Kernhaushalten, nicht vergleichbar.

Quellen

  1. Pressemitteilung Nr. 378: Integrierte kommunale Schulden steigen im Jahr 2025 um 9,9 % Statistisches Bundesamt (Destatis), 29. Oktober 2026
  2. Integrierte kommunale Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich am 31.12.2025 Statistisches Bundesamt (Destatis), 29. Oktober 2026
  3. Pressemitteilung Nr. 114: Kommunen verzeichnen im Jahr 2025 neues Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro Statistisches Bundesamt (Destatis), 1. April 2026

Mit KI-Unterstützung recherchiert und verfasst, dann am 29. Oktober 2026 in einer separaten Prüfung mit den 3 oben genannten Quellen abgeglichen. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.