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Erzeugerpreise steigen im September um 6,7 Prozent – so stark wie seit März 2023 nicht

Gewerbliche Produkte kosteten 6,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Treiber war Energie, verteuert durch den Konflikt im Iran und in Nahost, so Destatis.

Von Ressort Wirtschaft ·

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4, unten aufgeführt

Das Wichtigste

  • Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im September 2026 um 6,7 Prozent über dem Vorjahresmonat und 1,9 Prozent über August, so Destatis am 20. Oktober.
  • Das war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahr seit März 2023, als die Rate 7,5 Prozent betrug.
  • Energie kostete 14,9 Prozent mehr als vor einem Jahr; Mineralölerzeugnisse verteuerten sich um 51,3 Prozent, leichtes Heizöl um 91,8 Prozent.
  • Ohne Energie stiegen die Erzeugerpreise um 3,2 Prozent zum Vorjahr und um 0,1 Prozent zum Vormonat.
  • Die Inflationsrate erreichte im September 3,3 Prozent, den höchsten Stand seit Dezember 2023.

Die Preise, die deutsche Hersteller für gewerbliche Produkte verlangen, sind im September so stark gestiegen wie seit dreieinhalb Jahren nicht. Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lag um 6,7 Prozent über dem Stand von September 2025, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am 20. Oktober 2026 mit. Einen stärkeren Anstieg binnen Jahresfrist hatte es zuletzt im März 2023 gegeben, mit damals 7,5 Prozent. Gegenüber August 2026 stiegen die Erzeugerpreise um 1,9 Prozent.

Erfasst werden die Preise von Produkten aus Bergbau, Verarbeitendem Gewerbe sowie Energie- und Wasserversorgung, die in Deutschland hergestellt und im Inland verkauft werden. Er enthält alle Abgaben und Steuern auf die Güter mit Ausnahme der Umsatzsteuer. Nach Angaben von Destatis bildet er damit die Preisentwicklung auf einer frühen Stufe des Wirtschaftsprozesses ab. Stichtag der Erhebung ist der 15. eines Monats, Basisjahr ist 2021.

Energie treibt den Anstieg

Energie war 14,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor und 5,8 Prozent teurer als im August. Den Preissprung bei Mineralölerzeugnissen führt Destatis auf den Konflikt im Iran und im Nahen Osten zurück: Sie kosteten 51,3 Prozent mehr als im September 2025 und 8,2 Prozent mehr als im August. Leichtes Heizöl war 91,8 Prozent teurer als vor einem Jahr, Kraftstoffe 48,6 Prozent und Naphtha 53,8 Prozent.

Erdgas in der Verteilung verteuerte sich über alle Abnehmergruppen um 15,0 Prozent, Strom um 8,2 Prozent; Fernwärme war 0,5 Prozent billiger. Ohne Energie stiegen die Erzeugerpreise um 3,2 Prozent zum Vorjahr und nur um 0,1 Prozent zum Vormonat – der Abstand zur Gesamtrate von 6,7 Prozent geht damit auf die Energiepreise zurück.

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte, September 2026
BereichVeränderung zu September 2025
Insgesamt+6,7 %
Energie+14,9 %
Vorleistungsgüter+6,4 %
Investitionsgüter+2,4 %
Gebrauchsgüter+2,2 %
Verbrauchsgüter-1,8 %
Insgesamt ohne Energie+3,2 %

Metalle und Chemie teurer, Nahrungsmittel billiger

Vorleistungsgüter waren 6,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, vor allem wegen der Metalle, die um 14,0 Prozent zulegten. Kupfer und Halbzeug daraus verteuerten sich um 31,4 Prozent, Edelmetalle um 26,5 Prozent. Chemische Grundstoffe kosteten 11,3 Prozent mehr, Düngemittel 8,9 Prozent; Holzpellets, Briketts und Scheitholz waren 38,5 Prozent teurer.

Investitionsgüter wie Maschinen und Kraftwagen verteuerten sich moderater, um 2,4 Prozent. Bei Nahrungsmitteln ging es in die andere Richtung: Verbrauchsgüter waren 1,8 Prozent billiger als ein Jahr zuvor, Nahrungsmittel insgesamt 4,1 Prozent. Butter kostete 34,8 Prozent weniger als im September 2025, Schweinefleisch 13,9 Prozent und Rindfleisch 9,9 Prozent weniger, pflanzliche Öle dagegen 14,5 Prozent mehr.

Der gleiche Druck auf den folgenden Stufen

Der Energiepreisschock zeigt sich auf jeder Stufe. Die Großhandelsverkaufspreise lagen im September um 8,7 Prozent über dem Vorjahresmonat, meldete Destatis am 14. Oktober – der stärkste Anstieg seit Februar 2023; Mineralölerzeugnisse kosteten im Großhandel 48,8 Prozent mehr. Die Verbraucherpreise stiegen im September um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 2,9 Prozent im August, und erreichten damit den höchsten Stand seit Dezember 2023. Kraftstoffe waren für Verbraucherinnen und Verbraucher 37,1 Prozent teurer, leichtes Heizöl 74,9 Prozent.

Erste Entlastung hat begonnen. Die erneute Senkung der Energiesteuer insbesondere auf Kraftstoffe, der Tankrabatt, gilt seit dem 1. Oktober 2026 und war in den Verbraucherpreisen für September deshalb noch nicht enthalten, so Destatis. Strom, Erdgas und Fernwärme waren für Verbraucher billiger als ein Jahr zuvor, was das Amt zum Teil auf die seit Jahresbeginn geltenden Maßnahmen der Bundesregierung zurückführt.

Am 16. Oktober stimmte zudem der Bundesrat einer Verordnung zu, mit der Deutschland insgesamt 19,5 Millionen Barrel Mineralöl und Mineralölprodukte aus seinen Vorräten freigibt. Das ist der deutsche Anteil von 4,9 Prozent an einem Beschluss der G7-Staats- und Regierungschefs vom 2. Oktober, die bereits im März 2026 zugesagten 400 Millionen Barrel vollständig freizugeben. Dafür sinkt die Vorratspflicht des Erdölbevorratungsverbands: Er muss künftig nur noch Erdöl im Umfang der Einfuhren von 82 Tagen halten, bisher waren es 90 Tage.

Quellen

  1. Producer prices of industrial products (domestic sales), September 2026 (Press release No. 373) Federal Statistical Office (Destatis), 20. Oktober 2026
  2. Wholesale selling prices, September 2026 (Press release No. 368) Federal Statistical Office (Destatis), 14. Oktober 2026
  3. Inflation rate at +3.3% in September 2026 (Press release No. 364) Federal Statistical Office (Destatis), 13. Oktober 2026
  4. Rückblick auf die Plenarsitzung am 16. Oktober 2026 (BundesratKOMPAKT, 1069. Sitzung) Bundesrat, 16. Oktober 2026

Mit KI-Unterstützung recherchiert und verfasst, dann am 29. Oktober 2026 in einer separaten Prüfung mit den 4 oben genannten Quellen abgeglichen. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.