Euroraum wächst im dritten Quartal um 0,4 Prozent, Deutschland nur um 0,2 Prozent
Eurostats erste Schätzung zeigt Deutschland im Sommer hinter dem Euroraum. Frankreich schrumpfte, Spanien und die Niederlande wuchsen um je 0,6 Prozent.
Von Ressort Europa ·

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Das Wichtigste
- Das BIP im Euroraum stieg im dritten Quartal 2026 um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal, in der EU um 0,5 Prozent.
- Deutschland wuchs um 0,2 Prozent, nach 0,4 Prozent im ersten und 0,3 Prozent im zweiten Quartal.
- Frankreich (minus 0,1 Prozent) und Litauen (minus 1,0 Prozent) schrumpften, Italien stagnierte.
- Gegenüber dem Vorjahresquartal lag das BIP in Deutschland um 1,2 Prozent höher, im Euroraum um 1,3 Prozent.
Die Wirtschaft im Euroraum ist im Sommer stärker gewachsen als die deutsche. Das saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 21 Euro-Länder lag im dritten Quartal 2026 um 0,4 Prozent über dem Vorquartal, in der gesamten EU um 0,5 Prozent. Das teilte das europäische Statistikamt Eurostat am 30. Oktober in einer vorläufigen Schnellschätzung mit. In Deutschland betrug das Plus nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) vom selben Tag 0,2 Prozent.
Seit dem Frühjahr liegt Deutschland zurück
Zu Jahresbeginn war es umgekehrt. Im ersten Quartal 2026 wuchs die deutsche Wirtschaft um 0,4 Prozent, während das BIP des Euroraums stagnierte. Im zweiten Quartal legte der Euroraum dann um 0,6 Prozent zu, Deutschland um 0,3 Prozent. Im Vorjahresvergleich liegen beide inzwischen nah beieinander: Das deutsche BIP war im dritten Quartal um 1,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor, das des Euroraums um 1,3 Prozent.
BIP-Wachstum gegenüber dem Vorquartal: Deutschland und Euroraum Veränderung des saisonbereinigten BIP in Prozent
Daten als Tabelle
| Quartal | Deutschland | Euroraum |
|---|---|---|
| 4. Quartal 2025 | 0,3 % | 0,2 % |
| 1. Quartal 2026 | 0,4 % | 0,0 % |
| 2. Quartal 2026 | 0,3 % | 0,6 % |
| 3. Quartal 2026 | 0,2 % | 0,4 % |
Auffällig sind die Ausschläge in Irland. Nach der Schnellschätzung sank das irische BIP im ersten Quartal um 7,8 Prozent, stieg im zweiten um 10,2 Prozent und im dritten um 5,5 Prozent. Eurostat weist darauf hin, dass die irische Schätzung als experimentell gilt und auf unvollständigen Daten beruht; sie sei mit besonderer Vorsicht zu interpretieren.
Spanien und die Niederlande vorn, Frankreich im Minus
Unter den Ländern, für die Eurostat bereits Zahlen veröffentlicht hat, verzeichnete Irland mit 5,5 Prozent den höchsten Zuwachs gegenüber dem Vorquartal, gefolgt von Estland, Spanien und den Niederlanden mit je 0,6 Prozent. Frankreich (minus 0,1 Prozent) und Litauen (minus 1,0 Prozent) schrumpften, Italien stagnierte. Österreich und Portugal kamen wie Deutschland auf 0,2 Prozent.
| Land | Gegenüber dem Vorquartal | Gegenüber dem Vorjahresquartal |
|---|---|---|
| Euroraum | 0,4 | 1,3 |
| EU | 0,5 | 1,5 |
| Belgien | 0,3 | 0,7 |
| Tschechien | 0,5 | 1,6 |
| Deutschland | 0,2 | 1,2 |
| Estland | 0,6 | 2,2 |
| Irland | 5,5 | 3,6 |
| Spanien | 0,6 | 2,7 |
| Frankreich | -0,1 | -0,1 |
| Italien | 0,0 | 0,8 |
| Litauen | -1,0 | 2,3 |
| Ungarn | 0,1 | 1,5 |
| Niederlande | 0,6 | 2,1 |
| Österreich | 0,2 | 0,6 |
| Portugal | 0,2 | 2,4 |
| Finnland | 0,5 | 1,8 |
| Schweden | 0,4 | 2,8 |
Was hinter der deutschen Zahl steht
Destatis zufolge entwickelten sich die Konsumausgaben in Deutschland im dritten Quartal leicht positiv, die Investitionen gingen nach vorläufigen Erkenntnissen zurück. Die Exporte, die sich im ersten Halbjahr noch sehr dynamisch entwickelt hatten, schwächten sich merklich ab. Die bisher veröffentlichten Ergebnisse für das erste und zweite Quartal blieben bei der Überarbeitung unverändert.
Im Vergleich zum dritten Quartal 2025 lag die deutsche Wirtschaftsleistung preisbereinigt um 1,3 Prozent höher; rechnet man Kalendereffekte heraus, waren es 1,2 Prozent. Das ist deutlich mehr als im gesamten Jahr 2025: Damals war das BIP nach den Daten von Destatis preisbereinigt nur um 0,2 Prozent gewachsen. In jeweiligen Preisen erreichte es im dritten Quartal 2026 rund 1.189 Milliarden Euro.
Alle Zahlen sind vorläufig. Die Schnellschätzung für Euroraum und EU beruht auf Daten aus 19 Mitgliedstaaten, die 96 Prozent der Wirtschaftsleistung des Euroraums abdecken. Eurostat will am 13. November 2026 eine aktualisierte Schätzung veröffentlichen, Destatis ausführliche Ergebnisse für Deutschland am 25. November.
Quellen
- GDP up by 0.4% in the euro area and by 0.5% in the EU (Preliminary flash estimate for the third quarter of 2026) Eurostat, 30. Oktober 2026
- Pressemitteilung Nr. 381: Bruttoinlandsprodukt im 3. Quartal 2026 um 0,2 % höher als im Vorquartal Statistisches Bundesamt (Destatis), 30. Oktober 2026
Mit KI-Unterstützung recherchiert und verfasst, dann am 31. Oktober 2026 in einer separaten Prüfung mit den 2 oben genannten Quellen abgeglichen. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.