EU-Kommission will der Ukraine 2027 weitere 45 Milliarden Euro leihen, 31,7 Milliarden für die Verteidigung
Die Kommission hat die zweite Hälfte des 90-Milliarden-Kredits für die Ukraine auf den Weg gebracht. Nun müssen die Mitgliedstaaten im Rat zustimmen.
Von Ressort Europa ·

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Das Wichtigste
- Die EU-Kommission schlug am 30. Oktober 2026 vor, der Ukraine 2027 die verbleibenden 45 Milliarden Euro aus dem Unterstützungskredit über 90 Milliarden Euro bereitzustellen.
- 31,7 Milliarden Euro sind für die Verteidigungsindustrie vorgesehen, bis zu 13,3 Milliarden Euro für Haushaltshilfe.
- Für 2026 hatte der Rat im April bis zu 45 Milliarden Euro gebilligt; ausgezahlt sind davon bisher 19,8 Milliarden Euro.
- Der Kredit wird über gemeinsame Anleihen der EU finanziert und durch den Spielraum im EU-Haushalt abgesichert.
Die Ukraine soll im kommenden Jahr weitere 45 Milliarden Euro von der EU erhalten. Die EU-Kommission hat am 30. Oktober 2026 in Brüssel vorgeschlagen, dem Land den restlichen Betrag des Unterstützungskredits (Ukraine Support Loan) bereitzustellen, der für die Jahre 2026 und 2027 insgesamt 90 Milliarden Euro umfasst. Zuvor hatte sie die Finanzierungsstrategie positiv bewertet, die die Ukraine am 26. Oktober eingereicht hatte. Über den Vorschlag, einen Durchführungsbeschluss, müssen nun die Mitgliedstaaten im Rat entscheiden.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, mit dem Vorschlag erhalte die Ukraine dringend benötigte Planbarkeit, und die EU helfe, wichtige öffentliche Dienste aufrechtzuerhalten. Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis nannte die Hilfe mehr als einen Akt der Solidarität, nämlich eine existenzielle Investition in ein stärkeres und sichereres Europa.
Wofür das Geld vorgesehen ist
Den größten Teil, 31,7 Milliarden Euro, sieht die Kommission für die Verteidigungsindustrie der Ukraine vor. Bis zu 13,3 Milliarden Euro sollen als Haushaltshilfe fließen, je zur Hälfte über die Ukraine-Fazilität und als Makrofinanzhilfe. Mit diesem Teil des Kredits soll der Staat handlungsfähig bleiben und seine wichtigsten öffentlichen Dienste aufrechterhalten können. Die Haushaltshilfe ist an Bedingungen geknüpft, unter anderem zu Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbekämpfung, wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit. Bereitgestellt werden sollen die Mittel bis zum 31. Dezember 2027; erste Auszahlungen will die Kommission nach dem Beschluss des Rates Anfang 2027 ermöglichen.
Verteidigungskommissar Andrius Kubilius sagte, die Ukraine brauche dringend Abfangdrohnen, Munition, Raketen und Radargeräte für ihre Luftverteidigung. Die EU wolle die Produktion weiter beschleunigen und Lieferungen aus der europäischen Verteidigungsindustrie rechtzeitig abwickeln. Wie die Mittel im Einzelnen auf Ukraine-Fazilität, Makrofinanzhilfe und Verteidigungsindustrie verteilt werden, entscheiden die Mitgliedstaaten im Rat auf Grundlage des Vorschlags.
| Verwendung | 2026 | 2027 | Insgesamt |
|---|---|---|---|
| Haushaltshilfe (Ukraine-Fazilität und Makrofinanzhilfe) | 16,7 | bis zu 13,3 | 30 |
| Verteidigungsindustrie | 28,3 | 31,7 | 60 |
| Summe | 45 | 45 | 90 |
Was 2026 bereits geflossen ist
Für 2026 hatte der Rat am 23. April bis zu 45 Milliarden Euro gebilligt, davon 16,7 Milliarden Euro Haushaltshilfe und 28,3 Milliarden Euro für die Verteidigungsindustrie. Ausgezahlt sind davon nach Angaben der Kommission bisher 19,8 Milliarden Euro: 15,8 Milliarden Euro für die Beschaffung von Verteidigungsgütern, 3,2 Milliarden Euro als Makrofinanzhilfe und 800 Millionen Euro über die Ukraine-Fazilität, nachdem die Ukraine vereinbarte Reformen umgesetzt hatte.
Wie der Kredit finanziert wird
Auf die 90 Milliarden Euro hatten sich die Staats- und Regierungschefs der EU im Dezember 2025 verständigt, im Februar 2026 beschlossen Europäisches Parlament und Rat die Verordnung dazu. Die Einigung kam im Wege der verstärkten Zusammenarbeit zustande, die es Mitgliedstaaten erlaubt, in einem Bereich gemeinsam voranzugehen, wenn die EU als Ganzes das Ziel nicht in angemessener Zeit erreichen kann. Finanziert wird der Kredit über gemeinsame Anleihen der EU am Kapitalmarkt, abgesichert durch den Spielraum im EU-Haushalt, wie bei früheren Finanzhilfen für die Ukraine seit 2023. Die EU behält sich vor, die in der Union festgesetzten russischen Vermögenswerte zur Rückzahlung heranzuziehen.
Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds deckt das Paket zwei Drittel des gesamten Finanzbedarfs der Ukraine in den Jahren 2026 und 2027, hatte die Kommission im Januar mitgeteilt. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs haben die EU und ihre Mitgliedstaaten die Ukraine nach Angaben der Kommission mit insgesamt 231,6 Milliarden Euro unterstützt, darunter 3,8 Milliarden Euro aus den Erträgen festgesetzter russischer Vermögenswerte.
Quellen
- Commission takes a key step forward on 2027 financial support for Ukraine (IP/26/2301) Europäische Kommission, 30. Oktober 2026
- Proposal for a Council Implementing Decision for the Ukraine Finance Strategy Europäische Kommission, 30. Oktober 2026
- Commission presents a financial support package for Ukraine for 2026–2027 (IP/26/90) Europäische Kommission, 14. Januar 2026
Mit KI-Unterstützung recherchiert und verfasst, dann am 31. Oktober 2026 in einer separaten Prüfung mit den 3 oben genannten Quellen abgeglichen. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.