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Volkswagen verliert im dritten Quartal 5,8 Milliarden Euro, vor allem wegen einer Abschreibung auf Porsche

Nach neun Monaten bleibt dem Konzern ein operatives Ergebnis von 71 Millionen Euro. Sondereffekte von 8,7 Milliarden Euro drücken das Ergebnis.

Von Ressort Unternehmen ·

Das Heizkraftwerk des Volkswagenwerks in Wolfsburg am Mittellandkanal: ein Backsteinbau mit großem VW-Logo und vier hohen Schornsteinen unter blauem Himmel, rechts Trauerweiden am Ufer und im Vordergrund ein festgemachtes Binnenschiff mit dem Namen „Silja 3“.
Das Heizkraftwerk des Volkswagenwerks in Wolfsburg im Juni 2025. Volkswagen veröffentlichte am 29. Oktober 2026 seine Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres. Archivbild vom 21. Juni 2025 · Foto: Jorge Franganillo, „Wolfsburg Volkswagen Plant“ (Quelle: Flickr), via Wikimedia Commons, zugeschnitten, Lizenz: CC BY 4.0 (gilt auch für den Ausschnitt); Bauwerk: Heizkraftwerk Wolfsburg Nord/Süd, Kraftwerk Süd von Emil Rudolf Mewes, Karl Kohlbecker, Fritz Schupp und Martin Kremmer; rechts Autostadt, Gesamtplanung HENN Architekten Ingenieure
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5, unten aufgeführt

Das Wichtigste

  • Von Juli bis September 2026 verbuchte Volkswagen nach Steuern einen Verlust von 5,8 Milliarden Euro, operativ ein Minus von 5,9 Milliarden Euro.
  • Nach neun Monaten lag das operative Ergebnis bei 71 Millionen Euro, nach 5,4 Milliarden Euro ein Jahr zuvor; Sondereffekte belasteten mit 8,7 Milliarden Euro.
  • Größter Posten ist eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von 6,4 Milliarden Euro auf den Goodwill des Segments Porsche.
  • Für 2026 erwartet der Konzern weiter rund 315 Milliarden Euro Umsatz und eine operative Rendite von bis zu 1 Prozent.
  • In Deutschland beschäftigte Volkswagen Ende September 3,5 Prozent weniger Menschen als Ende 2025; Tarifverhandlungen beginnen am 24. November.

Volkswagen hat im dritten Quartal 2026 einen hohen Verlust geschrieben. Von Juli bis September stand nach Steuern ein Minus von 5,8 Milliarden Euro, nach einem Fehlbetrag von 1,1 Milliarden Euro im Vorjahresquartal, wie der Konzern am 29. Oktober in Wolfsburg mitteilte. Das operative Ergebnis lag im Quartal bei minus 5,9 Milliarden Euro. Für die ersten neun Monate bleibt ein operativer Gewinn von 71 Millionen Euro, nach 5,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum; nach Steuern steht ein Verlust von 2,7 Milliarden Euro.

Wir dürfen keine Zeit verlieren und müssen schnell und entschlossen handeln.

Arno Antlitz, Finanz- und Operativvorstand (CFO und COO) der Volkswagen Group

Milliardenabschreibung auf Porsche

Den Ausschlag geben Sondereffekte von 8,7 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten, davon 7,8 Milliarden Euro im dritten Quartal. Größter Posten ist eine Wertberichtigung von 6,4 Milliarden Euro auf den Firmenwert (Goodwill), den Volkswagen dem Geschäftssegment Porsche zuordnet. Hinzu kommen Wertberichtigungen von rund 1 Milliarde Euro auf Vermögenswerte vollkonsolidierter Gesellschaften in China sowie Aufwendungen für den angestrebten Verkauf der Volkswagen Osnabrück GmbH. Die Wertberichtigungen sind nicht zahlungswirksam, und die Abschreibung auf den Porsche-Goodwill mindert die Steuerlast nicht.

Angekündigt hatte Volkswagen die Abschreibung, damals mit rund 6 Milliarden Euro beziffert, bereits am 18. September. Gleichzeitig senkte der Konzern seine Prognose für die operative Umsatzrendite 2026 auf bis zu 1 Prozent, nachdem er zuvor 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet hatte. Als Gründe für die Wertberichtigung nennt Volkswagen die aktualisierte Langfristplanung von Porsche mit einem mittelfristigen Renditekorridor von 10 bis 15 Prozent und geringeren Stückzahlen sowie gestiegene Kapitalkosten. Ohne Sondereffekte erzielte der Konzern nach neun Monaten ein operatives Ergebnis von 8,8 Milliarden Euro, eine operative Umsatzrendite von 3,8 Prozent.

Kennzahlen des Volkswagen Konzerns nach IFRS in Millionen Euro (Auslieferungen in Tausend Fahrzeugen, einschließlich der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen)
Kennzahl3. Quartal 20263. Quartal 2025Januar bis September 2026Januar bis September 2025
Umsatzerlöse75.27780.305233.378238.669
Operatives Ergebnis−5.860−1.299715.408
Ergebnis vor Steuern−4.230−3645446.059
Ergebnis nach Steuern−5.822−1.072−2.7203.405
Auslieferungen an Kunden1.8852.1996.0116.604

Weniger Absatz in China und Nordamerika

Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten um 2,2 Prozent auf 233,4 Milliarden Euro, im dritten Quartal um 6,3 Prozent auf 75,3 Milliarden Euro. An Kundinnen und Kunden lieferte der Konzern einschließlich der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen 6,0 Millionen Fahrzeuge aus, 9,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Nordamerika und Asien-Pazifik gingen die Auslieferungen zurück, in Europa und Südamerika legten sie zu. Antlitz nannte US-Zölle, den schrumpfenden chinesischen Markt und den stark wachsenden Wettbewerbsdruck in Europa als Belastungen. Zudem verdiene Volkswagen an Elektroautos noch weniger als an Verbrennern.

Bei der Nachfrage in Europa sieht der Konzern dagegen Zuwächse: Der Auftragseingang stieg dort in den ersten neun Monaten um 4 Prozent auf 3,0 Millionen Fahrzeuge, bei vollelektrischen Modellen um 39 Prozent. Ende September waren rund 40 Prozent der in Europa bestellten, noch nicht ausgelieferten Fahrzeuge Elektroautos; die Electric Urban Car Family kam auf rund 150.000 Bestellungen. Der Netto-Cashflow im Konzernbereich Automobile stieg auf 4,4 Milliarden Euro, vor allem wegen geringerer Investitionen und Portfoliomaßnahmen. Die Nettoliquidität lag Ende September bei 33,0 Milliarden Euro.

Was das für die Beschäftigten bedeutet

In Deutschland arbeiteten Ende September 274.126 Menschen für den Konzern, 3,5 Prozent weniger als Ende 2025. Weltweit waren es einschließlich der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen 648.149. Mit seinem Zukunftsplan hat Volkswagen nach Angaben von Antlitz ein Kostenprogramm im Umfang von rund 31 Milliarden Euro aufgelegt, unter anderem mit weniger Modellen, einfacheren Strukturen und effizienteren Werken. Bereits im Dezember 2024 hatten die Volkswagen AG und die IG Metall vereinbart, an den deutschen Standorten bis 2030 mehr als 35.000 Stellen sozialverträglich abzubauen. Wegen des Zukunftsplans sollen nach Unternehmensangaben bis 2030 weitere 12.000 Stellen bei der Volkswagen AG wegfallen.

Ende September kündigte die Volkswagen AG zehn Tarifverträge zum 31. Dezember 2026. Die gekündigten Verträge wirken nach den gesetzlichen Regeln nach; für die Beschäftigten ändere sich deshalb vorerst nichts, erklärte das Unternehmen. Der Zukunftstarifvertrag mit seiner Beschäftigungssicherung ist von der Kündigung ausgenommen. Die Verhandlungen mit der IG Metall beginnen am 24. November in Emden und werden am 15. Dezember in Zwickau fortgesetzt. Volkswagen hält die Forderung der Gewerkschaft nach 5 Prozent mehr Geld angesichts der Lage des Unternehmens und der Branche für unpassend.

Prognose für 2026 bestätigt

Für das Gesamtjahr rechnet Volkswagen weiterhin mit rund 315 Milliarden Euro Umsatz und einer operativen Umsatzrendite von bis zu 1 Prozent, nach 2,8 Prozent im Jahr 2025. Mögliche Folgen der Eskalation im Nahen Osten sind darin nach Unternehmensangaben nicht berücksichtigt, ebenso wenig die Umsetzung des Zukunftsplans und der Verkauf einer Mehrheit an der Augsburger Everllence SE, einem Hersteller von Großmotoren und Turbomaschinen.

Quellen

  1. Volkswagen Group: Neunmonats-Ergebnis unterstreicht sofortigen Handlungsdruck Volkswagen AG, 29. Oktober 2026
  2. Zwischenbericht Januar – September 2026 Volkswagen AG, 29. Oktober 2026
  3. Ad-hoc-Mitteilung: Volkswagen AG aktualisiert die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 Volkswagen AG, 18. September 2026
  4. Revisionsgespräche haben begonnen – Volkswagen AG kündigt verschiedene Tarifverträge zum Jahresende Volkswagen AG, 30. September 2026
  5. Zweites Überprüfungsgespräch: Volkswagen AG und IG Metall einigen sich auf den Start von Verhandlungen Volkswagen AG, 23. Oktober 2026

Mit KI-Unterstützung recherchiert und verfasst, dann am 31. Oktober 2026 in einer separaten Prüfung mit den 5 oben genannten Quellen abgeglichen. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.